„Das Weltgericht“ (So, 18. November)

ELKG 071 • Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres • „Das Weltgericht“ • So, 18. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Apk 2, 8–11 • Luther 2017Elberfelder

„Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Offenbarung des Johannes (Apokalypse), Kap. 2, Vers 10

Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn es hart auf hart kommt? Würden wir unseren Glauben verteidigen, uns für Gott einsetzen, wenn Gefängnis oder sogar Tod drohen? Ich für meinen Teil kann das nicht sicher sagen. In diese wenig aussichtsreiche Situation hinein spricht Gott Worte des Trostes: Habt keine Furcht! Die Not wärt nur kurze Zeit! Am Ende geht ihr als Sieger – als Lebendige – aus dem Kampf hervor! „„Das Weltgericht“ (So, 18. November)“ weiterlesen

„Mitten unter uns“ (So, 11. November)

ELKG 070 • Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres • „Mitten unter uns“ • So, 11. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Hi 14,1–6 • Luther 2017Elberfelder

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst.“ Hiob 14, Verse 1-3

Warum dürfen böse Menschen in Frieden leben, während rechtschaffene und gottesfürchtige Menschen wegen ihres Glaubens in Unruhe ihr Dasein fristen müssen. Ständig auf der Flucht, vertrocknen sie am Ende wie eine welke Blume – wie es hier im Buch des Hiob heißt. Hiobs Lebensgeschichte ist außergewöhnlich. „„Mitten unter uns“ (So, 11. November)“ weiterlesen

„Die Kirche in der Welt“ (So, 4. November)

ELKG 068 • 23. Sonntag nach Trinitatis • „Die Kirche in der Welt“ • So, 4. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Röm 13,1–7 • Luther 2017Elberfelder

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. (Vers 1)

Es gibt keine Obrigkeit, außer von Gott? In unserem Land sind wir selbst die Obrigkeit. Es gilt der Wille des Volkssouverän, der durch Wahlen und parlamentarische Arbeit bestimmt wird. „„Die Kirche in der Welt“ (So, 4. November)“ weiterlesen

„In Gottes Schuld“ (So, 28. Oktober)

ELKG 067 • 22. Sonntag nach Trinitatis • „In Gottes Schuld“ • So, 28. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: Röm 7,14–25a • Luther 2017Elberfelder • Andacht für den Vorabend des Sonntags (von Diedrich)

Denn das Gute,
das ich will,
das tue ich nicht;
sondern das Böse,
das ich nicht will,
das tue ich.
— Vers 19

„Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“ sagte mein Unteroffizier in der Grundausbildung. Er meinte damit, dass man, wenn man ein Problem einmal durchschaut hat, auch damit umgehen kann.  „„In Gottes Schuld“ (So, 28. Oktober)“ weiterlesen

„Die geistliche Waffenrüstung“ (So, 21. Oktober)

ELKG 066 • 21. Sonntag nach Trinitatis • „Die geistliche Waffenrüstung“ • So, 21. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: Jer 29,1.4–7.10–14 • Luther 2017Elberfelder

Der HERR spricht: Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. (Vers 12)

Die steilste These, die in diesem Vers verborgen liegt, übersieht man als moderner Christ leicht. Aber lasst mich vorne anfangen: „„Die geistliche Waffenrüstung“ (So, 21. Oktober)“ weiterlesen

„Die Ordnungen Gottes“ (So, 14. Oktober)

ELKG 065 • 20. Sonntag nach Trinitatis • „Die Ordnungen Gottes“ • So, 14. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: 1.Kor 7,29–31 • Luther 2017Elberfelder

Die Zeit ist kurz.
Auch sollen die, […] die diese Welt gebrauchen, sein,
als brauchten sie sie nicht.
Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

In seinem Buch „Nachfolge“ behandelt Dietrich Bonhoeffer unseren heutigen Predigttext ausführlich. Er bietet sogar eine eigene Übersetzung (S. 264). Er schreibt, dass es „ein unerlaubtes Bleiben in der Welt und eine unerlaubte Flucht aus der Welt“ gebe. In beidem stellen wir uns der Welt gleich.

Unter dem „unerlaubten Bleiben“ müssen wir uns kirchliche Bewegungen vorstellen, die ungefiltert dem Zeitgeist verfallen. Ich muss da an breite Teile des landeskirchlichen Milieus denken. Mit einer „unerlaubten Flucht aus der Welt“ sind wir Freikirchler angesprochen. Wie gerne imaginieren wir unsere kleine SELK als eine Arche Noah der Rechtgläubigkeit, die auf dem Unrat der Welt oben schwimmt und deren Passagiere der Hochkultur frönend den einen wahren Gottesdienst feiern. — Ich übertreibe!

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„Heilung an Leib und Seele“ (So, 7. Oktober)

ELKG 064 • 19. Sonntag nach Trinitatis • „Heilung an Leib und Seele“ • So, 7. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: Jak 5,13–16 • Luther 2017Elberfelder

Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. – Vers 16

So einfach ist das? Eine Ausprache und ein Gebet – und der Kranke wird gesund? Das wäre schön. Aber so einfach ist es leider nicht. Einander seine Sünden zu bekennen mag vielleicht die Folgen etwas leichter machen, aber es bekämpft nicht die Ursache. Damit eine Heilung an Leib und Seele geschehen kann, muss Gott für uns einstehen – er ist unser Kämpfer. Er spricht uns gerecht. Darum können unsere Gebete so viel bei ihm ausrichten.

Der Text (besonders die Verse 13 und 14) spricht davon, sein ganzes Leben auf Gott auszurichten. In guten Tagen Psalmen zu singen, in schlechten Tagen zu ihm zu beten. Aber auch wenn uns das nicht immer gelingt, wird Gott uns nicht im Stich lassen (Vers 15).

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„Der richtige Umgang mit der Zeit“ (So, 30. September)

ELKG 063 • 18. Sonntag nach Trinitatis • „Der richtige Umgang mit der Zeit“ • So, 30. September 2018 • Vorgesehener Predigttext: Eph 5,15-20 • Luther 2017 • Basisbibel

So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. – Epheser 5,15–16

„Kauft die Zeit aus“. Für unsere Ohren klingt diese Formulierung fremd. Im Griechischen heißt es hier ἐξαγοράζόμενοι τὸν καιρόν (exagoradsomenoi ton kairon), was soviel heißt wie „macht das Beste aus dem Zeitpunkt“. Zeit kann man nicht im Supermarkt kaufen – und wenn, dann wäre ein Ausverkauf für die Ladenbesitzer sicher das kleinste Problem. Gemeint ist nicht, sich mehr Zeit zu kaufen, sondern die vorhandene Zeit gut zu nutzen. Wir werden uns von Gott fragen lassen müssen, ob wir die Zeit auch anders (besser) hätten nutzen können.
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Angesprochen vom Wort Gottes

Heute Vormittag habe ich dabei geholfen, die Wohnung eines Verstorbenen zu sortieren. Der Bruder war von weit her angereist und musste in kurzer Zeit viele Angelegenheiten regeln. Da haben ihm einige von unserer Kirchengemeinde geholfen. Der Bruder des Verstorbenen kann mit Glauben nicht viel anfangen, aber es hat ihn gefreut, dass sein Bruder in unserer Gemeinde ein Zuhause gefunden hatte.
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„Der Knecht wird zum Licht aller Völker“ (So., 23. September)

ELKG 062 • 17. Sonntag nach Trinitatis • „Der Knecht wird zum Licht aller Völker“ • So., 23. September 2018 • Vorgesehener Predigttext: Jesaja 49,1-6 • Luther 2017

„Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.“

Was war passiert mit den Stämmen Jakobs und mit dem Volk Israel? Im Buch des Propheten Jesaja wird zuvor geschildert, wie das Volk Israel von den Babyloniern ins Exil verschleppt wurde. Fern von ihrer Heimat und fern von ihrem Ort der Begegnung mit Gott – dem Tempel – war ihre Verzweiflung groß. „„Der Knecht wird zum Licht aller Völker“ (So., 23. September)“ weiterlesen