„Der Tod am Kreuz“ (Karfreitag, 19.4.2019)

ELKG 031 • Joh 19,16–30 (Lut 17, Elb 06)

Foto: D. Vorberg

INRI, das heißt: Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – „Jesus von Nazareth, König der Juden“. Pilatus hat diesen „Titel“ an Jesu Kreuz anbringen lassen, auf Hebräisch, Griechisch und Latein. Warum ist dieses Detail dem Evangelisten so wichtig?

Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: „Jesus von Nazareth, der König der Juden“… Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

Aus Joh 19,19 und 20
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„Der Schmerzensmann“ (Palmarum, 14.4.2019)

ELKG 029 • Jes 50,4–9 (Lut 17, Elb 06)

„Christus in der Rast“. Museum Kirche zum Heiligen Kreuz, Zittau. Foto: D. Vorberg

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben,
wie sie Jünger haben,

daß ich wisse,

mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.

Alle Morgen weckt er mir das Ohr,

daß ich höre, wie Jünger hören.

Vers 4

Was heißt das: „wie ein Jünger hören“ und „mit der Zunge eines Jüngers reden“? Der „Gottesknecht“ beim Propheten Jesaja hat dazu eine sehr konkrete Vorstellung, die ich hier gerne skizzieren möchte. Dazu erkläre ich kurz, was „Jünger“ bedeutet, und möchte auch einen Gedanken vorschlagen, der in den Blick nimmt, was das mit dir und mir mir zu tun.

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„Das Lamm Gottes“ (Judika, 7.4.2019)

ELKG 028 • Joh 18,28–19,5 (Lut 17, Elb 06)

„Was ist Wahrheit?“ Gemälde von Nikolai Nikolajewitsch Ge, 1890: Pontius Pilatus und Christus nach Joh 18,38

Da fragte ihn Pilatus: „So bist du dennoch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme“.

Joh 18,37

Was mich immer wieder auf’s neue erstaunt, ist, wie unausweichlich Jesu Tod war, wie verfahren die Situation, an diesem Tag kurz vor dem Passafest in Jerusalem. Was hätten die Beteiligten schon machen können?

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„Für euch dahingegeben“ (Lätare, 31.3.2019)

ELKG 027 • Joh 6,47–51 (Lut 17, Elb 06)

Im Johannes-Evangelium ist nicht ausdrücklich vom Abendmahl die Rede und es enthält keinen Bericht über dessen Einsetzung. Trotzdem lässt der Evangelist keinen Zweifel daran, dass es Jesus wichtig war.

Foto: D. Vorberg

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.

Vers 51a

„Lebendig“ heißt im biblischen Denken „handelnd“. Aber was soll das heißen? Wie handelt Jesus an uns im Abendmahl?

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„Bereit zum Verzicht“ (Okuli, 24.3.2019)

ELKG 026 • Jer 20,7-11 • Luther 2017Neues Leben.Die Bibel

Ein Mann, der eigentlich lieber schweigen wollte. Gott tritt in sein Leben und nun redet der Mann doch. Und es geht dermaßen daneben, dass er es nicht mehr ertragen kann, weil jeder Mensch ihn zu hassen beginnt wegen dem, was er zu sagen hat. Was soll er tun?

„Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber ich konnte es nicht.“ (Jeremia 20, Vers 9)

Jeremia ist verzweifelt. Er hat von Gott einen wichtigen Auftrag bekommen. Er soll dem Volk Juda, einschließlich den Bewohnern Jerusalems, mitteilen, dass sie nicht nach Gottes  Willen handeln und ihnen Unheil droht. Jeremia erfüllt den Auftrag Gottes, aber nach und nach wenden sich alle von ihm ab – sogar gute Freunde. „„Bereit zum Verzicht“ (Okuli, 24.3.2019)“ weiterlesen

„Den Menschen ausgeliefert“ (Reminiszere, 17.3.2019)

ELKG 025 • Joh 3,14–21 • Luther 2017 Neue Genfer Übersetzung

In der Bibel liest man öfter von widersprüchlichen Aussagen, ob Gott diese Welt liebt oder ob er sie hasst. Die Menschen verursachen so viel Schaden und Unrecht in der Welt, dass Gott z.B. in der Sintflutgeschichte beschließt, die Welt zu zerstören. Zugleich setzt er aber nach dieser Geschichte den Regenbogen als Zeichen seiner Verbundenheit mit den Menschen und der Welt an den Himmel. Wie ist das mit der Liebe Gott zu dieser Welt? In unserem Predigttext heißt es im Vers 16:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3, Vers 16)

Gott liebt diese Welt. Aber nicht um der Bosheit und des Unrechts willen, das in ihr tagtäglich geschieht. Er liebt diese Welt nicht, weil die Menschen auf ihr leben, sondern damit die Menschen auf ihr zu etwas Bestimmten geführt werden („auf dass…“). „„Den Menschen ausgeliefert“ (Reminiszere, 17.3.2019)“ weiterlesen

„Versuchung“ (Invokavit, 10.3.2019)

ELKG 024 • Hebräer 4,14-16 • Luther 2017

Jesus als Hohepriester. Das ist ein ungewohntes Bild für uns heute. Was ist eigentlich ein Hohepriester? Was macht er und warum ist Jesus unter allen Hohepriestern ein ganz besonderer, obwohl in diesem Abschnitt gar nichts von Wundertaten Jesu berichtet wird?

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.
Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. (Hebräer 4,14-16)
 

Hohepriester kennen wir sonst nur aus dem kultischen Bereich des Alten Testaments. Im 2. Buch Mose finden wir reihenweise Angaben, was ein oberster Priester an hatte, und wie er zum Priester geweiht wurde (Kap. 28 + 29). „„Versuchung“ (Invokavit, 10.3.2019)“ weiterlesen

„Der Weg zum Kreuz“ (Estomihi, 3.3.2019)

ELKG 022 •  Lk 10,38-42 •  Luther 2017Elberfelder 

Was für ein typisches und alltägliches Bild: Einer hat die ganze Arbeit und der andere sitzt nur faul herum. Dabei sind sie doch beide verpflichtet, die Arbeit zu tun. Immerhin haben sie Gäste. Und auch nicht gerade wenig: Zwölf Leute sitzen nebenan und sind hungrig.

Christus bei Maria und Martha Jan Vermeer, 1654/1655 Öl auf Leinwand 160  × 142 cm

Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Marta hat die Situation klar erfasst: Jesus ist der Herr und Meister. Er sagt, wo es lang geht. Und ich (Marta) habe meine Aufgabe in der Küche. Ich muss das Essen zubereiten. Immerhin sind er und zwölf seiner Jünger zu Besuch. Gastfreundschaft geht über alles – besonders, wenn wir so einen hohen Gast im Haus haben.  Warum also hilft mir meine Schwester Maria nicht? Hält sie sich für was Besseres? Will sie sich nur bei Jesus bebliebt machen, indem sie ihm an den Ohren klebt? Na das wollen wir doch mal sehen….

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„Vierfacher Acker“ (Sexagesimae, 24.2.2019)

ELKG 021 • Apg 16,9–15 (Lut 17, Elb 06)

„Die Taufe der Lydia“, Gemälde von Marie Ellenrieder (1861), Alte Nationalgalerie Berlin

Eine Vision lenkt die Schritte Paulus’ und seiner Begleiter in die Stadt Philippi. Hier treffen sie die Purpurhändlerin Lydia. Sie ist der erste Mensch aus dem heutigen Europa, der Christ wird. Wir erfahren vergleichsweise viel über sie. Lasst uns mal schauen, was das ist!

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„Lohn und Gnade“ (Septuagesimae, 17.2.2019)

ELKG 020 • Pred 7,15–18 (Lut 17, Elb 06)

Wie bitte?

Sei nicht allzu gerecht und erzeige dich nicht übermäßig weise:
Warum willst du dich zugrunde richten?

Sei nicht allzu gottlos und sei nicht töricht:
Warum willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?

Verse 16–17 (Elberfelder Bibel, 2006)

Also mit anderen Worten: „Sei nicht zu gut und auch nicht zu böse“. — Das soll in der Bibel stehen? Dem selben Buch, in dem auch die Zehn Gebote stehen und das ganze Mosaische Gesetz?

Jeder, der schon mal in einer Studenten-WG gelebt hat, weiß, wie nervig Mitbewohner sein können, die „zu böse“ sind, und denen die Regeln des menschlichen Zusammenlebens einfach egal sind. Insbesondere ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Empfinden für Hygiene ist hier ein weites Feld für Meinungsverschiedenheiten. Umgekehrt kann ein pedantischer Mitbewohner, der immer und überall etwas zu meckern findet, eine echte Stimmungsbremse sein.

Foto: Eine WG-Erinnerung aus eigener Produktion(!) von D. Vorberg. Mutige dürfen auf das Bild klicken, um den Inhalt zu sehen. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Wie finde ich aber ein Maß zwischen „gut“ und „böse“? Und wer weist mich zurecht, wenn ich falsch liege?

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