„Der Vorläufer des Herrn“ (So, 16. Dezember)

ELKG 03 • 3. Sonntag im Advent • „Der Vorläufer des Herrn“ • So, 16. Dezember 2018 • Vorgesehener Predigttext: Röm 15,(4) 5–13 • Luther 2017Elberfelder

Für uns ist es selbstverständlich, dass die weihnachtlichen Verheißungen allen Menschen gelten. Doch obwohl die Entgrenzung im Alten Testament als Spitzenaussage angelegt ist, ist es doch selbstverständlich, dass die Verheißungen Israel gelten: dem auserwählten Volk, nicht einfach allen Völkern. Dass wir Heiden in die Gnade Gottes miteingefasst sind, ist eine große Überraschung. Sie leuchtet im ersten Bund auf und weist über ihn hinaus, aber eine Selbstverständlichkeit ist das nicht. „„Der Vorläufer des Herrn“ (So, 16. Dezember)“ weiterlesen

„Der kommende Herr“ (So, 2. Dezember)

ELKG 01 • 1. Sonntag im Advent • „Der kommende Herr“ • So, 2. Dezember 2018 • Vorgesehener Predigttext: Apk 5,1–5 (6–14) • Luther 2017Elberfelder

„Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.“ Offenbarung des Johannes, Kapitel 5, Vers 5

Das Buch mit sieben Sigeln. Inzwischen ein geläufiges Sprichwort, ist es im biblischen Kontext doch sehr rätselhaft. Was steht drin? Und warum konnte es vorher keiner öffnen? Eine wirkliche Antwort darauf bekommen wir in der Offenbarung des Johannes nicht. Sicher ist allerdings, dass mit dem Brechen der sieben Siegel die Endzeit eingeläutet wird. „„Der kommende Herr“ (So, 2. Dezember)“ weiterlesen

„Die ewige Stadt“ (So, 25. November)

ELKG 073 • Ewigkeitssonntag • „Die ewige Stadt“ • So, 25. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Jes 65,17–19 (20–22) 23–25 • Luther 2017Elberfelder

„Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.“ Jesaja 65, Vers 25

Wie wird es sein, wenn nur noch Frieden herrscht? Der Prophet gibt uns hier einen Vorgeschmack auf das, was dem Volk Israel von Gott versprochen wird. Gott will dem Volk einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen – eine ewige Stadt. „„Die ewige Stadt“ (So, 25. November)“ weiterlesen

„Das Weltgericht“ (So, 18. November)

ELKG 071 • Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres • „Das Weltgericht“ • So, 18. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Apk 2, 8–11 • Luther 2017Elberfelder

„Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Offenbarung des Johannes (Apokalypse), Kap. 2, Vers 10

Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn es hart auf hart kommt? Würden wir unseren Glauben verteidigen, uns für Gott einsetzen, wenn Gefängnis oder sogar Tod drohen? Ich für meinen Teil kann das nicht sicher sagen. In diese wenig aussichtsreiche Situation hinein spricht Gott Worte des Trostes: Habt keine Furcht! Die Not wärt nur kurze Zeit! Am Ende geht ihr als Sieger – als Lebendige – aus dem Kampf hervor! „„Das Weltgericht“ (So, 18. November)“ weiterlesen

„Mitten unter uns“ (So, 11. November)

ELKG 070 • Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres • „Mitten unter uns“ • So, 11. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Hi 14,1–6 • Luther 2017Elberfelder

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst.“ Hiob 14, Verse 1-3

Warum dürfen böse Menschen in Frieden leben, während rechtschaffene und gottesfürchtige Menschen wegen ihres Glaubens in Unruhe ihr Dasein fristen müssen. Ständig auf der Flucht, vertrocknen sie am Ende wie eine welke Blume – wie es hier im Buch des Hiob heißt. Hiobs Lebensgeschichte ist außergewöhnlich. „„Mitten unter uns“ (So, 11. November)“ weiterlesen

„Die Kirche in der Welt“ (So, 4. November)

ELKG 068 • 23. Sonntag nach Trinitatis • „Die Kirche in der Welt“ • So, 4. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Röm 13,1–7 • Luther 2017Elberfelder

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet. (Vers 1)

Es gibt keine Obrigkeit, außer von Gott? In unserem Land sind wir selbst die Obrigkeit. Es gilt der Wille des Volkssouverän, der durch Wahlen und parlamentarische Arbeit bestimmt wird. „„Die Kirche in der Welt“ (So, 4. November)“ weiterlesen

„In Gottes Schuld“ (So, 28. Oktober)

ELKG 067 • 22. Sonntag nach Trinitatis • „In Gottes Schuld“ • So, 28. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: Röm 7,14–25a • Luther 2017Elberfelder • Andacht für den Vorabend des Sonntags (von Diedrich)

Denn das Gute,
das ich will,
das tue ich nicht;
sondern das Böse,
das ich nicht will,
das tue ich.
— Vers 19

„Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“ sagte mein Unteroffizier in der Grundausbildung. Er meinte damit, dass man, wenn man ein Problem einmal durchschaut hat, auch damit umgehen kann.  „„In Gottes Schuld“ (So, 28. Oktober)“ weiterlesen

„Die geistliche Waffenrüstung“ (So, 21. Oktober)

ELKG 066 • 21. Sonntag nach Trinitatis • „Die geistliche Waffenrüstung“ • So, 21. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: Jer 29,1.4–7.10–14 • Luther 2017Elberfelder

Der HERR spricht: Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. (Vers 12)

Die steilste These, die in diesem Vers verborgen liegt, übersieht man als moderner Christ leicht. Aber lasst mich vorne anfangen: „„Die geistliche Waffenrüstung“ (So, 21. Oktober)“ weiterlesen

„Die Ordnungen Gottes“ (So, 14. Oktober)

ELKG 065 • 20. Sonntag nach Trinitatis • „Die Ordnungen Gottes“ • So, 14. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: 1.Kor 7,29–31 • Luther 2017Elberfelder

Die Zeit ist kurz.
Auch sollen die, […] die diese Welt gebrauchen, sein,
als brauchten sie sie nicht.
Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

In seinem Buch „Nachfolge“ behandelt Dietrich Bonhoeffer unseren heutigen Predigttext ausführlich. Er bietet sogar eine eigene Übersetzung (S. 264). Er schreibt, dass es „ein unerlaubtes Bleiben in der Welt und eine unerlaubte Flucht aus der Welt“ gebe. In beidem stellen wir uns der Welt gleich.

Unter dem „unerlaubten Bleiben“ müssen wir uns kirchliche Bewegungen vorstellen, die ungefiltert dem Zeitgeist verfallen. Ich muss da an breite Teile des landeskirchlichen Milieus denken. Mit einer „unerlaubten Flucht aus der Welt“ sind wir Freikirchler angesprochen. Wie gerne imaginieren wir unsere kleine SELK als eine Arche Noah der Rechtgläubigkeit, die auf dem Unrat der Welt oben schwimmt und deren Passagiere der Hochkultur frönend den einen wahren Gottesdienst feiern. — Ich übertreibe!

„„Die Ordnungen Gottes“ (So, 14. Oktober)“ weiterlesen

„Heilung an Leib und Seele“ (So, 7. Oktober)

ELKG 064 • 19. Sonntag nach Trinitatis • „Heilung an Leib und Seele“ • So, 7. Oktober 2018 • Vorgesehener Predigttext: Jak 5,13–16 • Luther 2017Elberfelder

Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. – Vers 16

So einfach ist das? Eine Ausprache und ein Gebet – und der Kranke wird gesund? Das wäre schön. Aber so einfach ist es leider nicht. Einander seine Sünden zu bekennen mag vielleicht die Folgen etwas leichter machen, aber es bekämpft nicht die Ursache. Damit eine Heilung an Leib und Seele geschehen kann, muss Gott für uns einstehen – er ist unser Kämpfer. Er spricht uns gerecht. Darum können unsere Gebete so viel bei ihm ausrichten.

Der Text (besonders die Verse 13 und 14) spricht davon, sein ganzes Leben auf Gott auszurichten. In guten Tagen Psalmen zu singen, in schlechten Tagen zu ihm zu beten. Aber auch wenn uns das nicht immer gelingt, wird Gott uns nicht im Stich lassen (Vers 15).

„„Heilung an Leib und Seele“ (So, 7. Oktober)“ weiterlesen