„Die Ordnungen Gottes“ (20. So. n. Trinitatis, 3.11.2019)

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ELKG 065 • Gen 8,18–22 • Luther 2017Elberfelder

Letzten Sonntag war Zeitumstellung. Die einen freuen sich über eine Stunde mehr Schlaf, die anderen regen sich darüber auf, dass ihr Tagesrhythmus wieder ganz aus dem Takt kommt. Wie ist das, wenn Menschen an den von Gott festgesetzten Ordnungen drehen?

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.  – V. 22

Die Jahreszeiten, die Tageszeiten, die Saat- und Erntezeiten usw. Alles ist weise geordnet und aufeinander abgestimmt. Kommt da etwas ins Ungleichgewicht, herrscht Chaos. In der Geschichte um Noah und die Arche, an deren Ende wir uns mit dem Text befinden, war dieses Chaos deutlich spürbar. Interessant ist, dass der Grund für den Beginn des Sintflut-Chaos genau gleich formuliert ist, wie der Grund für das Ende des Chaos:

…das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf…  – V. 21

Gott beschönigt hier nichts. Er kennt die Menschen ganz genau. Der Mensch ist böse – daran hat sich auch nach der Sintflut nichts geändert. Von Kindheit an strebt der Mensch zum Bösen. Dennoch will er die Menschen erhalten. Er weiß, dass die Menschen es nicht aus eigener Kraft schaffen, sich zu bessern. Da ändert auch Noahs Brandopfer nichts, das einen „lieblichen Geruch“ bei Gott hinterlässt. Es ist eher als ein Zeichen der Demut und der Dankbarkeit zu verstehen.

Gott lässt sich in seinem Urteil über den Menschen davon nicht beeinflussen. Das zeigt sich schon daran, dass in diesem Text Gott eine überraschende Ehrlichkeit sich selbst gegenüber an den Tag legt. Er hat die Menschen und die Erde hart geschlagen, ja fast vernichtet. Aber er will es in Zukunft nicht mehr tun. Gott verdrängt weder, was er tut noch was er weiß – anders als wir Menschen oft. Da ist es umso besser, wenn wir die Ordnung unserer Welt ihm überlassen. Denn er hat zugesagt, dass „solange die Erde steht“, auch seine Ordnungen bestehen.

Gedankenanstöße

  • Viele Menschen tun sich schwer mit der Vorstellung, dass auch Kinder schon zum Bösen streben und vor Gott Sünder sind. Wie gehst du damit um?
  • Der Eingangspsalm 148 nimmt den Text schön auf: „Lobet im Himmel den Herren! Lobet ihn, alle seine Engel! Lobet ihn, Sonn‘ und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! Die sollen loben den Namen des Herren; denn er gebot, da wurden sie geschaffen. Er läßt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten. Alte mit den Jungen sollen loben den Namen des Herren; seine Herrlichkeit reicht, so weit Himmel und Erde ist.“ Welche neuen Aspekte kommen hier in Bezug auf die Ordnungen Gottes in den Blick?

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