„Der dankbare Samariter“ (14. So. n. Trinitatis, 22.9.2019)

ELKG 059 • Gen 28,10–19a(19b–22) (Lut 17, Elb 06)

William Blake: Jocob’s Dream (Object 4, c. 1805, British Museum, 37.0 x 29.2 cm)

Im Traum sah Jakob die „Himmelsleiter“ und wie die Engel darauf hoch- und runterlaufen. An ihrer Spitze war Gott und wiederholte das Versprechen für Jakob, das er einst seinem Großvater Abraham gegeben hatte. Morgens dann reagierte Jakob unter anderem so:

Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: „Wird Gott mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise …, so soll der HERR mein Gott sein“.

Aus Vers 20 und 21

Wie? Jakob stellt eine Bedingung? „Wird Gott mit mir sein, dann…“ Ich wusste gar nicht, dass das geht!

Als Impuls möchte ich heute auf einen Gedanken hinweisen: die Stellung dieser Geschichte in Jakobs Biographie. Jakob zieht von zu Hause. Er hatte sich mit seinem Bruder bitter verkracht, aber sein Vater erteilt ihm den Segen. So zieht Jakob in seine erste eigene Wohnung. Alles, was er besitzt, passt in einen Rucksack. Auf dem Weg muss er übernachten und da hat er diesen Traum.

Was für ein Segen, was für ein Zuspruch!

„Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe“.

Vers 15

Jakob will nicht blauäugig sein. Er ist ein junger Mann. Sein Glaube war noch nicht erprobt. Prüfend und vorsichtig lässt er sich auf Gottes Zusage ein. Ich glaube, die Bibel überliefert uns dieses Detail, weil sie uns Jakob als Vorbild hinstellt. Glauben bedeutet ja nicht, blauäugig oder naiv zu sein. Und trotzdem gilt: Der Glaube ist belastbar!

Jakob wird dereinst nach Hause zu seinem Vater und zu seinem Bruder zurückkehren. Gott lässt ihn dabei nicht ungeschoren und nicht unbelastet. In Jakobs Leben gibt es Brücke und Verletzungen, Irrwege und Fehler. Trotz alledem hat Gott ihn nie verlassen und er hat seine Antwort nie unterlassen: „Du, Herr, bist mein Gott“.

Gedankenanstöße

  • Erinnerst du dich daran, wie es war von zu Hause auszuziehen? Die erste Nacht in deiner ersten eigenen Wohnung? Hast du gebetet damals? Hattest du auch einen Traum?
  • Jakob ist ja am nächsten Morgen nicht schlecht überrascht. Er schreibt den Traum dem Ort zu, an dem er kampiert hat: „Fürwahr (=Lutherdeutsch für „WHOW!!“), der Herr ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht!“ – Wo begegnet dir Gott im Alltag? Welche Orte und Zeiten sind besonders von Gottes Gegenwart erfüllt und sorgen dafür, dass du an ihn denkst?

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