„Der Tod am Kreuz“ (Karfreitag, 19.4.2019)

ELKG 031 • Joh 19,16–30 (Lut 17, Elb 06)

Foto: D. Vorberg

INRI, das heißt: Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – „Jesus von Nazareth, König der Juden“. Pilatus hat diesen „Titel“ an Jesu Kreuz anbringen lassen, auf Hebräisch, Griechisch und Latein. Warum ist dieses Detail dem Evangelisten so wichtig?

Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: „Jesus von Nazareth, der König der Juden“… Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

Aus Joh 19,19 und 20

Griechisch war die Amts- und Verkehrssprache im Osten des römischen Reiches. Latein war die Amts- und Verkehrssprache im Westen des römischen Reiches. Hebräisch die Sprache der Menschen vor Ort. Mit anderen Worten: Dies ist eine Nachricht, die alle Menschen der damals bekannten Welt angeht.

Freilich war sich Pilatus nicht bewusst, was er da sagt. Er wollte das besiegte Volk, das er zu verwalten hat, demütigen und kränken. Wir als Betrachter wissen, dass sein Schild einen doppelten Sinn hat. Jesus ist nicht nur leiblich ein Nachfahre Davids, sondern er ist der König der Könige. Aber nicht als ein Gewalltherrscher kommt er zu uns, sondern in Demut, Milde und Hingabe.

Hebräisch, Griechisch und Latein – spätestens seit Martin Luther auch Deutsch, spätestens seit Jakob I. auch Englisch und noch immer laufen Übersetzungsprojekte, die das Wort Gottes in immer neue Sprachen und auf immer neue Art und Weise zu Menschen bringen wollen. Es ist Ironie, dass Pilatus’ gehässiges Schild eine doppelte Bedeutung hat, die eine Freudenbotschaft ist. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass er damit einen Trend angefangen hat, der bis heute fortdauert: Das Bekenntnis zu Jesus Christus in allen Sprachen zum Ausdruck zu bringen, damit die ganze Welt es höre: Christus ist der König, der am Kreuz für die Seinen den Tod auf sich genommen hat.

Gedankenanstöße

  • Wie hat dich „das Wort vom Kreuz“ (1.Kor 11) erreicht? In welcher Sprache und durch wen?
  • Ist es für dich selbstverständlich? Hat es dich angesprochen oder verärgert, berührt oder getröstet?
  • Vielleicht hat sich deine Haltung zum Karfreitag auch mit der Zeit verändert. Erinnerst du dich daran, was dir der Tag als Kind bedeutet hat? Als Jugendliche? Als junge Erwachsene?

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