„Für euch dahingegeben“ (Lätare, 31.3.2019)

ELKG 027 • Joh 6,47–51 (Lut 17, Elb 06)

Im Johannes-Evangelium ist nicht ausdrücklich vom Abendmahl die Rede und es enthält keinen Bericht über dessen Einsetzung. Trotzdem lässt der Evangelist keinen Zweifel daran, dass es Jesus wichtig war.

Foto: D. Vorberg

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.

Vers 51a

„Lebendig“ heißt im biblischen Denken „handelnd“. Aber was soll das heißen? Wie handelt Jesus an uns im Abendmahl?

Mit dem, was er sagt, macht Jesus einen Kontrast auf. Er erinnert seine Zuhörer an die Geschichte, als das Volk Israel auf der Wüstenwanderung war. Sie hatten nichts zu essen und Gott ließ über Nacht Mana vom Himmel herabkommen, das sie am Morgen gesammelt haben. Da gibt es nichts kleinzureden: Was war ein großes Wunder, ein greifbarer, ja essbarer Beleg für Gottes Fürsorge und Liebe. Doch im Abendmahl geht Gott noch einen Schritt weiter. Er selbst macht sich greifbar, essbar und kommt uns nahe, um uns zu stärken.

Mit der ganzen Kraft des Vaters, die uns geschaffen hat, handelt der Sohn an uns und schafft uns neu. Man kann das so beschreiben: So wie unser Leib gestärkt wird durch das „tägliche Brot“, wird im Abendmahl der innere Mensch gestärkt durch den Leib und das Blut Christi. Die Dinge, die Gott an uns gut findet, das, das so ist, wie er uns gemeint hat, wird stärker. Dagegen treten die Dinge, die uns von Gott trennen, in den Hintergrund.

Vom ewigen Leben zu reden, fällt mir –ehrlich gesagt– schwer. Zu undenkbar und unsagbar sind Dinge, die außerhalb von Raum und Zeit liegen. Die Bibel hat ein reiches Reparateure von Bildern und Vorstellungen, um das Reich Gottes zu umschreiben. Doch die Sache an sich bleibt für meinen Verstand schwer zu fassen. Wie kann es mir etwas bedeuten, wenn ich es kaum verstehe? Da helfen auch keine frommen Beschwichtigungen, ich solle meine Vernunft nicht so wichtig nehmen.

Was ich verstehen kann ist, dass sich im Abendmahl Schöpfung und Neuschöpfung berühren. Wenn Gott mich neu schafft, dann kann ich die Ewigkeit sehen. So macht auch der Rest des Verses Sinn:

Wer von diesem Brot ißt,
der wird leben in Ewigkeit.
Und dieses Brot ist mein Fleisch,
das ich geben werde für das Leben der Welt.

Vers 51b

Gedankenanstöße

  • In welchem Bereich deines Lebens brauchst du, deiner Meinung Nach, am ehesten Erneuerung und Stärkung deines inneren Menschen?
  • Fällt dir das Bekenntnis zum ewigen Leben leicht oder schwer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.