„Den Menschen ausgeliefert“ (Reminiszere, 17.3.2019)

ELKG 025 • Joh 3,14–21 • Luther 2017 Neue Genfer Übersetzung

In der Bibel liest man öfter von widersprüchlichen Aussagen, ob Gott diese Welt liebt oder ob er sie hasst. Die Menschen verursachen so viel Schaden und Unrecht in der Welt, dass Gott z.B. in der Sintflutgeschichte beschließt, die Welt zu zerstören. Zugleich setzt er aber nach dieser Geschichte den Regenbogen als Zeichen seiner Verbundenheit mit den Menschen und der Welt an den Himmel. Wie ist das mit der Liebe Gott zu dieser Welt? In unserem Predigttext heißt es im Vers 16:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3, Vers 16)

Gott liebt diese Welt. Aber nicht um der Bosheit und des Unrechts willen, das in ihr tagtäglich geschieht. Er liebt diese Welt nicht, weil die Menschen auf ihr leben, sondern damit die Menschen auf ihr zu etwas Bestimmten geführt werden („auf dass…“). Gottes Ziel mit den Menschen, sein „damit“ oder „auf dass“, ist das ewige Leben. Das sollen die Menschen haben. Deshalb hat Gott seinen Sohn auf die Welt gesandt.

Besonders interessant sind drei zentrale Worte, die alle in diesem kleinen Abschnitt vorkommen: „Glaube“, „Wahrheit“ und „Leben“. Der „Glaube“ wird hier dargestellt als das Mittel, wie man zum Ziel, dem ewigen „Leben“ kommt. Alle, die an Jesus Christus glauben, d.h., die ihn als ihren Herrn und Heiland anerkennen, werden dieses Ziel erreichen. In der Neuen Genfer Übersetzung ist der Begriff „Wahrheit“ gut beschrieben: „Wer sich jedoch bei dem, was er tut, nach der Wahrheit richtet, der tritt ins Licht, und es wird offenbar, dass sein Tun in Gott gegründet ist.“ (Vers 21) Wer sich in seinem Handeln nach der Wahrheit richtet, für den muss die Wahrheit der Grund, die Basis sein für alles, was er tut. An anderer Stelle im Johannesevangelium sagt Jesus selbst über sich: „Ich bin die Wahrheit.“ (Joh 14,6) Jesus selbst wird zum Grund für den Glauben (Mittel) und das ewige Leben (Ziel).

Gedankenanstöße

  • Der Wochenspruch lautet ganz ähnlich, wie der oben zitierte Vers 16: „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8) Wie wird die Liebe Gottes jeweils dargestellt und was sagen die Sätze aus?
  • Was kommt dir in den Sinn, wenn du über das Ziel  „ewiges Leben“ nachdenkst? Passt das zu deinen Vorstellungen eines guten Ziels für gläubige Menschen? Was bedeutet das für dein Leben hier auf der Erde?
  • Der oben zitierte Vers 16 fasst die wesentlichen Punkte des christlichen Glaubens in einem Satz zusammen. Fehlt dir in dem Satz etwas, was noch ergänzt werden müsste, damit er deinen Glauben an Gott besser zum Ausdruck bringt?

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