„Der Weg zum Kreuz“ (Estomihi, 3.3.2019)

ELKG 022 •  Lk 10,38-42 •  Luther 2017Elberfelder 

Was für ein typisches und alltägliches Bild: Einer hat die ganze Arbeit und der andere sitzt nur faul herum. Dabei sind sie doch beide verpflichtet, die Arbeit zu tun. Immerhin haben sie Gäste. Und auch nicht gerade wenig: Zwölf Leute sitzen nebenan und sind hungrig.

Christus bei Maria und Martha Jan Vermeer, 1654/1655 Öl auf Leinwand 160  × 142 cm

Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Marta hat die Situation klar erfasst: Jesus ist der Herr und Meister. Er sagt, wo es lang geht. Und ich (Marta) habe meine Aufgabe in der Küche. Ich muss das Essen zubereiten. Immerhin sind er und zwölf seiner Jünger zu Besuch. Gastfreundschaft geht über alles – besonders, wenn wir so einen hohen Gast im Haus haben.  Warum also hilft mir meine Schwester Maria nicht? Hält sie sich für was Besseres? Will sie sich nur bei Jesus bebliebt machen, indem sie ihm an den Ohren klebt? Na das wollen wir doch mal sehen….

Und Marta geht nach nebenan zu Jesus und Maria. Interessant ist, dass sie nun Jesus anspricht. Sollte sie nicht Maria an ihre Pflichten erinnern? Was hat Jesus mit der Meinungsverschiedenheit der Schwestern zu schaffen? Doch Marta erkennt die Autorität Jesu an. Er muss derjenige sein, der jetzt sagt, was richtiges Verhalten ist. Und Jesus gibt Maria recht. Der scheinbar faulen Maria, die sich vor der Küchenarbeit drückt. Was ist „das gute Teil“, von dem Jesus hier spricht? Maria hat Jesus zugehört. Sie hat sich nicht im Nebenzimmer – in der Arbeit, in den Sorgen – verkrochen. Die Worte Jesu waren ihr in diesem Moment wichtiger als alles weltlich Profane.

Gott schafft sich Platz in unserem Leben. Und wenn er redet, ist es für uns an der Zeit, alles „ach so Wichtige und Dringliche“ beiseite zu lassen und ihm zuzuhören.

Gedankenanstöße

  • Welche Gedanken gingen Marta durch den Kopf, als sie die Antwort von Jesus gehört hat? War sie traurig / erstaunt / wütend / erleichtert?
  • Wie könnte die Szene wohl weiter verlaufen sein? In einer Theaterszene zu Maria und Marta habe ich einmal gesehen, dass (im Anschluss an den biblischen Text) Marta zurück in die Küche gegangen ist und Jesus zu Marta gekommen ist, um mit ihr zu reden und ihr zuzuhören. Was wirft das für ein Licht auf die Beziehung Jesu zu den sorgenvollen und arbeitssamen Menschen?
  • Wann waren dir schon einmal profane Dinge bewusst wichtiger als das Hören auf Gottes Wort? Wie ging es dir damit?

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