„Das Weltgericht“ (So, 18. November)

ELKG 071 • Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres • „Das Weltgericht“ • So, 18. November 2018 • Vorgesehener Predigttext: Apk 2, 8–11 • Luther 2017Elberfelder

„Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Offenbarung des Johannes (Apokalypse), Kap. 2, Vers 10

Wie weit sind wir bereit zu gehen, wenn es hart auf hart kommt? Würden wir unseren Glauben verteidigen, uns für Gott einsetzen, wenn Gefängnis oder sogar Tod drohen? Ich für meinen Teil kann das nicht sicher sagen. In diese wenig aussichtsreiche Situation hinein spricht Gott Worte des Trostes: Habt keine Furcht! Die Not wärt nur kurze Zeit! Am Ende geht ihr als Sieger – als Lebendige – aus dem Kampf hervor!

Gott hat in Jesus Christus selbst die Erfahrung von unaussprechlichem Leid gemacht. Er hat den Weg schon beschritten: Er war tot und ist wieder lebendig geworden. Und er stellt uns in Aussicht, eben denselben Weg zu gehen und am Ende die „Krone des Lebens“ davon zu tragen – das ewige Leben. Das, was Gott den Menschen im Paradies (1. Mose 3,22-24) noch verwehrt hatte, wird uns Menschen am Ende doch zu Teil. Was damals über die Menschen hereingebrochen ist – Leid und Tod – verliert nun seine Macht. Dem Tod wird durch den Tod (Jesu) seine Macht genommen. Mehr noch: Es wartet nicht eine trost-lose, sondern vielmehr eine Tod-lose Zeit  auf uns.

Denkanstöße

  • Was genau ist mit „Krone des Lebens“ (Vers 10) gemeint?
  • In Vers 11 des Predigtextes ist von einem „zweiten Tod“ die Rede. Gott hat den Menschen bei der Schöpfung den sofortigen Tod angedroht, sollten sie von der Frucht des verbotenen Baumes im Paradies nehmen (1. Mose 2,17) . Nachdem Adam und Eva gegessen hatten, traf sie jedoch nicht der Tod, sondern die Erkenntnis (1. Mose 3,7). Dietrich Bonhoeffer (Theologe aus dem 20. Jh.) geht davon aus, dass Adam und Eva beim Essen tatsächlich einen „ersten“ Tod gestorben sind (nämlich die Ferne von Gott, die für Menschen praktisch den Tod bedeutet), und der „zweite“ Tod (das Sterben des Menschen am Ende seines Lebens) für Adam und Eva dementsprechend zu dem Zeitpunkt noch nicht eingetreten ist. Ist diese Deutung auf unseren Predigttext anwendbar?

 

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