„Die betende Gemeinde“ (Rogate, 26.5.2019)

ELKG 040 • Joh 16,23b–28(29–32)33 (Lut 17, Elb 06)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.

aus Vers 23

Dieses Diagramm habe ich mal als Witz im Internet gefunden. Es passt sehr gut zu unserem Thema heute:

Hier meint jemand, für jedes Gebet gibt es genau zwei Ergebnisse: Es wird entweder erfüllt oder es wird nicht erfüllt. Beide Lösungen enden in Haltungen, die nach einem frommen Bekenntnis klingen, aber auch in Wirklichkeit Klischees sind. Wir wissen alle, dass „im Namen Jesu beten“ keine magische Formel für die Erlösung von Wünschen ist. Wenn dem so ist, was können wir dann mit den Worten an seine Jünger anfangen?

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„Die singende Gemeinde“ (Kantate, 19.5.2019)

ELKG 039 • Apg 16,23–34Elberfelder • Luther 2017

Ich bin nachts abundzu alleine auf wenig beleuchteten, recht einsamen Straßen unterwegs. Mir ist es oft so gegangen, dass die mulmigen Gefühle plötzlich verschwanden, sobald ich angefangen habe irgendetwas vor mich hin zu singen. Die Angst war wie weggeblasen. Ob es Silas und Paulus im Gefängnis genauso ging?

„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu.“ (Vers 25)

Paulus und Silas saßen im tiefsten und dunkelsten Teil des Gefängnisses. Die Füße hatte man ihnen in den sogenannten „Block“ getan. Ein altes Folterinstrument aus Holz, in das Hände und/oder Füße durch Löcher gesteckt und so in das Instrument eingeklemmt wurden. Man liegt stundenlang auf dem Rücken mit gestreckten Beinen und kann sich nicht bewegen oder drehen. Eine im doppelten Sinn „ausweglose“ Situation. Paulus und Silas kamen nicht aus dem Block, nicht aus der Zelle, nicht aus dem Gefängnis. Und selbst wenn sie aus dem Gefängnis gekommen wären – bevor sie eingesperrt wurden, wurden sie vom Volk verprügelt. Was sollen sie tun? „„Die singende Gemeinde“ (Kantate, 19.5.2019)“ weiterlesen

„Die neue Schöpfung“ (Jubilate, 12.5.2019)

ELKG 038 • Spr 8,22–36Luther 2017Elberfelder

Wir alle kennen die ersten Verse der Bibel im 1. Buch Mose im 1. Kapitel: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ Gott erschafft die Welt – allein. Unser Text heute zeigt uns, dass er doch nicht ganz alleine war.

„Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war.“ (Verse 22 + 23)

Auch wenn uns diese Worte an die Einleitung des Johannesevangeliums erinnern mögen (Joh 1,1: „Am Anfang war das Wort.“) ist hier in den Sprüchen Salomos nicht von Jesus die Rede. Es geht um die Weisheit. Die Weisheit war schon da, bevor Gott die Welt erschuf. Sie beansprucht, Gottes allererstes Werk zu sein. Was meint „Weisheit“ hier und warum wird sie hier so ausführlich angepriesen?

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„Der gute Hirte“ (Miserikordias Domini, 5.5.2019)

ELKG 037 • Joh 10,11–16(27–30)Lutherübersetzung 2017Elberfelder

Das Motiv des „guten Hirten“ taucht in der Bibel immer wieder auf. Am berühmtesten ist Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangel.“ Warum ist der Hirte im biblischen Kontext so beliebt und was zeichnet einen „guten Hirten“ wirklich aus?

„Ich bin der gute Hirte.“

Jesus sagt von sich selbst: „Ich bin der gute Hirte.“ Was macht einen Hirten „gut“? Der Text stellt nicht nur den Hirten als positives Bild vor, sondern auch sein Gegenteil. Der Idealtypos eines „schlechten“ Hirten ist der (in der Lutherübersetzung sogenannte) Mietling. „„Der gute Hirte“ (Miserikordias Domini, 5.5.2019)“ weiterlesen

„Die neue Geburt“ (Quasimodogeniti, 28.4.2019)

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ELKG 036 • 1. Petrus 1,1-3 • Übersetzung nach Luther 2017Neue Genfer Übersetzung

Das Osterfest ist vorbei, aber die Osterzeit hat gerade erst begonnen. Das wird deutlich, wenn wir mit unserem Text heute über unsere eigene „Auferstehung“ nachdenken. Meistens denken wir da – wenn überhaupt – an eine ferne Zukunftsvorstellung, die mit unserem jetzigen Leben auf der Erde nichts zu tun hat. Doch der Text geht anders an diese Frage heran:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten…“

Die Auferstehung Jesu Christi, die wir gerade gefeiert haben, ist der Grund für uns, uns im Hier und Jetzt darauf zu besinnen, dass wir „wiedergeboren“ sind. Aber was bedeutet das genau? „„Die neue Geburt“ (Quasimodogeniti, 28.4.2019)“ weiterlesen

Frohe Ostern!

„Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Ein gesegnetes Osterfest an alle Leserinnen und Leser von predigttagebuch.de!

„Der Himmel lacht“ (Ausschnitt), Sebastian Hänel, Weigersdorf

„Der Tod am Kreuz“ (Karfreitag, 19.4.2019)

ELKG 031 • Joh 19,16–30 (Lut 17, Elb 06)

Foto: D. Vorberg

INRI, das heißt: Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – „Jesus von Nazareth, König der Juden“. Pilatus hat diesen „Titel“ an Jesu Kreuz anbringen lassen, auf Hebräisch, Griechisch und Latein. Warum ist dieses Detail dem Evangelisten so wichtig?

Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: „Jesus von Nazareth, der König der Juden“… Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

Aus Joh 19,19 und 20
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„Der Schmerzensmann“ (Palmarum, 14.4.2019)

ELKG 029 • Jes 50,4–9 (Lut 17, Elb 06)

„Christus in der Rast“. Museum Kirche zum Heiligen Kreuz, Zittau. Foto: D. Vorberg

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben,
wie sie Jünger haben,

daß ich wisse,

mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.

Alle Morgen weckt er mir das Ohr,

daß ich höre, wie Jünger hören.

Vers 4

Was heißt das: „wie ein Jünger hören“ und „mit der Zunge eines Jüngers reden“? Der „Gottesknecht“ beim Propheten Jesaja hat dazu eine sehr konkrete Vorstellung, die ich hier gerne skizzieren möchte. Dazu erkläre ich kurz, was „Jünger“ bedeutet, und möchte auch einen Gedanken vorschlagen, der in den Blick nimmt, was das mit dir und mir mir zu tun.

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„Das Lamm Gottes“ (Judika, 7.4.2019)

ELKG 028 • Joh 18,28–19,5 (Lut 17, Elb 06)

„Was ist Wahrheit?“ Gemälde von Nikolai Nikolajewitsch Ge, 1890: Pontius Pilatus und Christus nach Joh 18,38

Da fragte ihn Pilatus: „So bist du dennoch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme“.

Joh 18,37

Was mich immer wieder auf’s neue erstaunt, ist, wie unausweichlich Jesu Tod war, wie verfahren die Situation, an diesem Tag kurz vor dem Passafest in Jerusalem. Was hätten die Beteiligten schon machen können?

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„Für euch dahingegeben“ (Lätare, 31.3.2019)

ELKG 027 • Joh 6,47–51 (Lut 17, Elb 06)

Im Johannes-Evangelium ist nicht ausdrücklich vom Abendmahl die Rede und es enthält keinen Bericht über dessen Einsetzung. Trotzdem lässt der Evangelist keinen Zweifel daran, dass es Jesus wichtig war.

Foto: D. Vorberg

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.

Vers 51a

„Lebendig“ heißt im biblischen Denken „handelnd“. Aber was soll das heißen? Wie handelt Jesus an uns im Abendmahl?

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