„Bereit zum Verzicht“ (Okuli, 24.3.2019)

ELKG 026 • Jer 20,7-11 • Luther 2017Neues Leben.Die Bibel

Ein Mann, der eigentlich lieber schweigen wollte. Gott tritt in sein Leben und nun redet der Mann doch. Und es geht dermaßen daneben, dass er es nicht mehr ertragen kann, weil jeder Mensch ihn zu hassen beginnt wegen dem, was er zu sagen hat. Was soll er tun?

„Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber ich konnte es nicht.“ (Jeremia 20, Vers 9)

Jeremia ist verzweifelt. Er hat von Gott einen wichtigen Auftrag bekommen. Er soll dem Volk Juda, einschließlich den Bewohnern Jerusalems, mitteilen, dass sie nicht nach Gottes  Willen handeln und ihnen Unheil droht. Jeremia erfüllt den Auftrag Gottes, aber nach und nach wenden sich alle von ihm ab – sogar gute Freunde. „„Bereit zum Verzicht“ (Okuli, 24.3.2019)“ weiterlesen

„Den Menschen ausgeliefert“ (Reminiszere, 17.3.2019)

ELKG 025 • Joh 3,14–21 • Luther 2017 Neue Genfer Übersetzung

In der Bibel liest man öfter von widersprüchlichen Aussagen, ob Gott diese Welt liebt oder ob er sie hasst. Die Menschen verursachen so viel Schaden und Unrecht in der Welt, dass Gott z.B. in der Sintflutgeschichte beschließt, die Welt zu zerstören. Zugleich setzt er aber nach dieser Geschichte den Regenbogen als Zeichen seiner Verbundenheit mit den Menschen und der Welt an den Himmel. Wie ist das mit der Liebe Gott zu dieser Welt? In unserem Predigttext heißt es im Vers 16:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3, Vers 16)

Gott liebt diese Welt. Aber nicht um der Bosheit und des Unrechts willen, das in ihr tagtäglich geschieht. Er liebt diese Welt nicht, weil die Menschen auf ihr leben, sondern damit die Menschen auf ihr zu etwas Bestimmten geführt werden („auf dass…“). „„Den Menschen ausgeliefert“ (Reminiszere, 17.3.2019)“ weiterlesen

„Versuchung“ (Invokavit, 10.3.2019)

ELKG 024 • Hebräer 4,14-16 • Luther 2017

Jesus als Hohepriester. Das ist ein ungewohntes Bild für uns heute. Was ist eigentlich ein Hohepriester? Was macht er und warum ist Jesus unter allen Hohepriestern ein ganz besonderer, obwohl in diesem Abschnitt gar nichts von Wundertaten Jesu berichtet wird?

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.
Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. (Hebräer 4,14-16)
 

Hohepriester kennen wir sonst nur aus dem kultischen Bereich des Alten Testaments. Im 2. Buch Mose finden wir reihenweise Angaben, was ein oberster Priester an hatte, und wie er zum Priester geweiht wurde (Kap. 28 + 29). „„Versuchung“ (Invokavit, 10.3.2019)“ weiterlesen

„Der Weg zum Kreuz“ (Estomihi, 3.3.2019)

ELKG 022 •  Lk 10,38-42 •  Luther 2017Elberfelder 

Was für ein typisches und alltägliches Bild: Einer hat die ganze Arbeit und der andere sitzt nur faul herum. Dabei sind sie doch beide verpflichtet, die Arbeit zu tun. Immerhin haben sie Gäste. Und auch nicht gerade wenig: Zwölf Leute sitzen nebenan und sind hungrig.

Christus bei Maria und Martha Jan Vermeer, 1654/1655 Öl auf Leinwand 160  × 142 cm

Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Marta hat die Situation klar erfasst: Jesus ist der Herr und Meister. Er sagt, wo es lang geht. Und ich (Marta) habe meine Aufgabe in der Küche. Ich muss das Essen zubereiten. Immerhin sind er und zwölf seiner Jünger zu Besuch. Gastfreundschaft geht über alles – besonders, wenn wir so einen hohen Gast im Haus haben.  Warum also hilft mir meine Schwester Maria nicht? Hält sie sich für was Besseres? Will sie sich nur bei Jesus bebliebt machen, indem sie ihm an den Ohren klebt? Na das wollen wir doch mal sehen….

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„Vierfacher Acker“ (Sexagesimae, 24.2.2019)

ELKG 021 • Apg 16,9–15 (Lut 17, Elb 06)

„Die Taufe der Lydia“, Gemälde von Marie Ellenrieder (1861), Alte Nationalgalerie Berlin

Eine Vision lenkt die Schritte Paulus’ und seiner Begleiter in die Stadt Philippi. Hier treffen sie die Purpurhändlerin Lydia. Sie ist der erste Mensch aus dem heutigen Europa, der Christ wird. Wir erfahren vergleichsweise viel über sie. Lasst uns mal schauen, was das ist!

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„Lohn und Gnade“ (Septuagesimae, 17.2.2019)

ELKG 020 • Pred 7,15–18 (Lut 17, Elb 06)

Wie bitte?

Sei nicht allzu gerecht und erzeige dich nicht übermäßig weise:
Warum willst du dich zugrunde richten?

Sei nicht allzu gottlos und sei nicht töricht:
Warum willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?

Verse 16–17 (Elberfelder Bibel, 2006)

Also mit anderen Worten: „Sei nicht zu gut und auch nicht zu böse“. — Das soll in der Bibel stehen? Dem selben Buch, in dem auch die Zehn Gebote stehen und das ganze Mosaische Gesetz?

Jeder, der schon mal in einer Studenten-WG gelebt hat, weiß, wie nervig Mitbewohner sein können, die „zu böse“ sind, und denen die Regeln des menschlichen Zusammenlebens einfach egal sind. Insbesondere ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Empfinden für Hygiene ist hier ein weites Feld für Meinungsverschiedenheiten. Umgekehrt kann ein pedantischer Mitbewohner, der immer und überall etwas zu meckern findet, eine echte Stimmungsbremse sein.

Foto: Eine WG-Erinnerung aus eigener Produktion(!) von D. Vorberg. Mutige dürfen auf das Bild klicken, um den Inhalt zu sehen. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Wie finde ich aber ein Maß zwischen „gut“ und „böse“? Und wer weist mich zurecht, wenn ich falsch liege?

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„Verklärung“ (Letzter So. n. Epiphanias, 10.2.2019)

ELKG 019 • Ex 3,1–8 (Lut 17, Elb 06)

In manchen Gemeinden wird dieser Sonntag als „4. Sonntag vor der Passionszeit“ gefeiert, mit einer anderen Textauswahl. Das ist der letzte, wo es diese Neuerung gibt. Ab nächster Woche sollte es wieder besser passen – theoretisch!

Ein Ausschnitt aus „Der Prinz von Ägypten“ (USA 1999)

Und der Engel des Herrn erschien Moses in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch.

Ex 3,2

Begegnungen mit Gott können sehr unterschiedlich aussehen. In der Bibel kann Gott den Menschen in Naturmächten gegenübertreten: Wetter, Vulkanausbrüche, Feuer und Erdbeben. Er kann uns aber auch ganz anders ansprechen, wie in dem „stillen, sanften Sausen“, das dem Propheten Elia viele Jahre später an der selben Stelle begegnet (1.Kön 19,12). Ich möchte auf einen Aspekt hinweisen, den ich in dieser Filmszene gut gelungen finde, und dann eine Linie ziehen zum Evangelium des heutigen Sonntags, der „Verklärung Christi“ bei Matthäus (Kap. 17,1–9).

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„Der Herr der Naturmächte“ (4. So. n. Epiphanias, 3.2.2019)

ELKG 017 • Jes 51,9–16 (Lut 17, Elb 06)

An diesen Sonntag wird besonders deutlich, dass die Zeit der Umstellung von der alten auf die neue Leseordnung und vom alten auf das neue Gesangbuch ein gewisses Durcheinander mit sich bringen: Wo früher der 4. Sonntag nach Epiphanias war, ist heute der 5. Sonntag vor der Passionszeit mit ganz neu zusammengestellten Texten. Ich habe mich entschieden, hier den Predigttext der alten Ordnung auszulegen, weil ich hier den neuen und den alten Gedanken zusammen ansprechen kann.

Über Dortmund-Eichlinghoven ziehen sich Wolken zusammen. Foto: D. Vorberg

Gott ist nicht einfach Herr über die Naturmächte, sondern er ist auch der Herr, der redet und durch sein Wort unter uns gegenwärtig ist. Wind und Wellen, Blitz und Donner sind beeindruckend und flößen einem Respekt ein. Aber eine Beziehung kann man zu ihnen nicht haben. Für eine Beziehung muss man sich verstehen: reden und hören.

Der Prophet Jesaja spricht zum Volk Israel: „Ich bin der Herr, dein Gott, der das Meer erregt, dass seine Wellen wüten – sein Name heißt Herr Zebaoth –; ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen“.

aus Jes 51,15 und 16
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„Der Heiden Heilland“ (3. So. n. Epiphanias, 27.1.2019)

ELKG 016 • Joh 4,5–14 • Luther 2017Elberfelder 

Grenzen überschreiten – Leben retten.

Foto: Roger McLassus CC BY-SA 3.0 (Wikipedia)

Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.

Vers 9

Jesus reist durch Samarien. Er bekommt Durst, setzt sich an einen Brunnen und wartet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine samaritanische Frau kommt, um Wasser zu schöpfen. Aber um die „sechste Stunde“ (Vers 6) ist am Brunnen sonst nichts los, denn es ist die heißeste Zeit des Tages. Warum kommt die Frau ausgerechnet um diese Zeit an den Brunnen? Und warum spricht Jesus sie an, obwohl ihm klar ist, dass die Frau eine Unterhaltung mit einem Juden abstoßend finden wird?

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„Der Freudenmeister“ (2. So. n. Epiphanias, 20.1.2019)

ELKG 015 • Röm 12,9–16 • Luther 2017 • Basisbibel

Friede, Freude, Eierkuchen? Das Gemeindeleben war auch zu Paulus‘ Lebzeiten kein Zuckerschlecken…

Zwei Eierkuchen mit Zimt und Zucker (Public Domain)

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ (Vers 12)

Dass auch Menschen, die Jesus persönlich kennen gelernt haben „in Trübsal“ gefangen sind und weinen (Vers 15) kommt uns vielleicht seltsam vor. Haben denn nicht gerade sie fast schon die Pflicht, jetzt – mit dieser Freudenbotschaft im Herzen – dauerhaft fröhlich zu sein?

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